Links überspringen

Paarberatung und Paartherapie in Oldenburg

In meine Praxis kommen Menschen mit ganz unterschiedlichen Fragen und Problemen zur Paartherapie. Manchmal stehen Entfremdung, fehlende Nähe, mangelnde Zuwendung oder Schwierigkeiten in der Sexualität im Vordergrund. Andere Paare erleben ständige Konflikte, fruchtlose Diskussionen, heftige Streitereien oder Bindungsverletzungen wie Fremdgehen und Lügen.

Wenn Paare zur Beratung kommen, ist oft bereits ein wichtiger Schritt getan: Beide zeigen grundsätzliches Interesse an der Beziehung und ihrer Entwicklung.

Paartherapie: Beziehungskrisen nutzen

Paartherapie versteht Beziehungskrisen nicht nur als Problem, sondern auch als Chance für Entwicklung und Veränderung. Im Mittelpunkt steht dabei immer die Beziehung selbst und der Kontakt zueinander. Paarberatung möchte helfen, Verbindung und Lebendigkeit wiederherzustellen.

Beziehungskrisen machen oft sichtbar, wo Schwachstellen oder ungelöste Konflikte bestehen. Gelingt ein neuer Umgang damit, kann daraus eine reifere und bewusstere Beziehungsqualität entstehen. Entwicklung kann jedoch auch bedeuten, dass grundlegende Unvereinbarkeiten erkannt und akzeptiert werden – und eine Trennung letztlich die bessere Lösung ist.

Paarprobleme durch Belastungsfaktoren

Ursächlich können bei Paarproblemen sowohl äußere Belastungsfaktoren wie auch die innere Struktur und Bindungsmuster eine Rolle spielen. Meist besteht eine Mischung aus beiden Faktoren.

Beziehungskrisen entstehen häufig durch äußere Belastungen: gesundheitliche oder finanzielle Probleme, Veränderungen durch Kinder, Arbeitslosigkeit, Rente oder andere Lebensumbrüche.

Auch Einmischungen aus der Herkunftsfamilie oder Unterschiede in Werten und Kultur können Beziehungen stark belasten.

Solche Belastungsfaktoren werden oft nicht als eigentliche Ursache der Krise erkannt. Die Würdigung dieser Belastungen sowie die Klärung diesbezüglicher Bedürfnisse und Grenzen können jedoch bereits sehr entlastend wirken.

Paarprobleme durch Bindungsmuster

Wenn in der Liebesbeziehung jedoch sehr intensiv und anhaltend Schmerz, Frust oder Stress erfahren wird, liegen die Wurzeln oft tiefer. Sie sind dann begründet in der eigenen Biografie und den dort entwickelten eigenen Anpassungs- und Bindungsmustern.

Wer als Kind keine sichere Bindung erfahren hat, verfügt dadurch auch über zu wenig Selbstliebe. Wenn hier größerer Mangel besteht, entwickeln sich später in Beziehungen leichter Verlust- und/oder Bindungsängste. Die verlustängstlichen Partner fokussieren sich mehr auf die Beziehung und fürchten den Beziehungsverlust. Sie sind meist engagierter in der Beziehung, fühlen sich bedürftiger und dadurch auch leicht ungeliebt. Die Bindungsängstlichen dagegen fühlen sich in einer Beziehung eher in ihren Grenzen gefährdet oder in ihrem Wert nicht genügend bestätigt. Sie fürchten den Selbstverlust in der Beziehung. Häufig können Sie die eigenen Grenzen und Bedürfnisse nicht gut kommunizieren und erleben sich als eingeengt und fremdbestimmt in der Beziehung.

Destruktive Paardynamik

Partner finden sich bezogen auf die Bindungsmuster immer ergänzend zusammen. Sie können daher – nach einer zumeist sehr guten Anfangsphase – sich gegenseitig und zunehmend in ihren Ängsten „antriggern“. Ein destruktives und sich verstärkendes Paarmuster beginnt, das wie von selbst abzulaufen scheint. Der Verlustängstliche fühlt sich zu wenig gesehen und geliebt und beginnt dies zu fordern und einzuklagen. Der Bindungsängstliche jedoch fühlt sich dadurch in seinem Wert angegriffen und attackiert sowie kontrolliert und fremdbestimmt und beginnt sich zurückzuziehen. Dieses Zurückziehen führt beim Partner zur noch größeren Verlustangst mit dem entsprechenden Forderungen und Attacken. In einer destruktiven Beziehungsdynamik verstärken sich beide Angstformen immer weiter.

Nicht der Partner ist der Feind

An diesem Punkt erleben sich viele Paare als feindlich miteinander. In der Paartherapie geht es hier darum, das Verhalten des Partners in seinem Angstmuster zu begreifen und die gegenseitige Dynamik als den „eigentlichen Feind“ zu erkennen. Dies entlastet viele Paare sehr und kann das destruktive Muster entkräften.

Letztlich bedeutet dann Paartherapie, dass die Einzelnen sich ihren Ängsten stellen. Sie lernen diese auszuhalten und gleichzeitig aber auch ihre eigene Bedürfnisse und Grenzen in der Beziehung authentisch zu vertreten. Die Entwicklung des Paares ist somit immer auch eine Entwicklung der einzelnen Persönlichkeiten. Dies betrifft besonders die Bewusstwerdung eigener Ängste und Trigger sowie die Stärkung der eigenen Selbstliebe, Abgrenzungs- und Autonomiefähigkeiten, vor allem aber die Fähigkeit zu lieben und zu vertrauen.

Was bedeutet traumasensible Paartherapie?

Jeder Mensch entwickelt durch die frühen kindlichen Erfahrungen Vorprägungen, wie wir die Welt wahrnehmen und auf sie reagieren. Diese inneren Anpassungsmuster und Bindungsstile sind auch Überlebensstrategien in der kindlichen Situation, sie gewährleisten, wie wir am besten in unserer Umgebung leben und überleben können. Traumatische Erahrungen wie Vernachlässigung, Benutztwerden, mangelnde Einstimmung, Wertschätzung und Unterstützung schaffen also innere Strukturen, die sich auf das frühere Trauma beziehen. Unsere gegenwärtige Beziehungssituation als Erwachsene wird dadurch unbewusst sehr verzerrt wahrgenommen und beantwortet. Traumasensible Paartherapie hilft dabei, sich den inneren Verzerrungen bewusst zu werden und die gegenseitigen Projektionen wahrzunehmen. Je befreiter wir von den alten Mustern und Identitäten werden, desto freier und liebevoller können wir eine gegenwärtige Beziehung gestalten.

Ausserdem berücksichtigt traumasensible Paartherapie die physiologischen insbesondere neurophysiologischen Aspekte von Trauma und Beziehungsfähigkeiten. Denn nur in guter Selbstregulation sind wir fähig, zugewandt, empathisch und klar denkend zu sein.

Ist Paartherapie und Einzeltherapie auch kombiniert möglich?

In der traumasensiblen Paartherapie ist es oft sinnvoll, Paar- und Einzeltherapie zu kombinieren, da Paartherapie allein manchmal mit der Auflösung der inneren Anpassungsmustern, also des traumatisierten Verhaltens überfordert sein kann. Welches Setting für die Kombination von Einzel- und Paartherapie sinnvoll ist, wird dann im Einzelfall besprochen und gewählt.

Kann ich auch allein Paarberatung nutzen?

Grundsätzlich ist Paartherapie nur zu zweit möglich und sinnvoll. Dennoch kann in einem Einzeltermin deine Beziehungssituation betrachtet werden. Dabei können deine eigenen Bedürfnisse und Grenzen in der Beziehung geklärt sowie auch das eigene Verhalten in Beziehung und der Kommunikation miteinander verbessert werden. Wenn du jedoch sehr stark in der Beziehung leidest, können toxische Beziehungsmuster vorliegen. Dann liegt der Weg oft darin, die eigene Unabhängigkeit, Selbstliebe und Trennungskompetenz zu stärken.

Termine und Kosten

Meine Arbeit in der Paartherapie sowie in der Einzeltherapie bei Liebeskummer und Trennungsschmerz orientiert sich unter anderem am Liebeschip-Konzept von Dipl.-Psych. Christian Hemschemeier.

Gleichzeitig verstehe ich viele Beziehungsschwierigkeiten als Folge von Entwicklungs- oder Bindungstrauma.

Deshalb arbeite ich traumasensibel und kombiniere – nach Absprache –
Einzel- und Paarsitzungen miteinander.

Wenn du einen Termin vereinbaren möchtest, erreichst du mich telefonisch unter:
0441 2097192

Kosten

  • Einzeltherapie (50 Minuten): 100 €
  • Paartherapie (75 Minuten): 150 €